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Beschreibung 

Ein Girokonto ist ein bei einer Bank geführtes, elektronisches Konto. Mittels eines Girokontos lässt sich elektrisches Geld (so genanntes "Giralgeld") von Konto zu Konto überweisen. In der heutigen Zeit ist der Besitz eines Girokontos so gut wie unumgänglich:

  • Der Bezug von Lohn- und Gehalt oder auch Sozialleistungen erfolgt durch die Überweisung des entsprechenden Betrages auf ein Girokonto.
  • Die Eröffnung eines Tagesgeldkontos setzt das Vorhandensein eines Girokontos als so genanntes "Referenzkonto" voraus.
  • Mietzahlungen oder regelmäßige Einzahlungen in zum Beispiel Sparpläne erfolgen, meist als Daueraufträge eingerichtet, über Girokonten.

 

Ein Girokonto hat folgende Qualitätsmerkmale:

  • Verfügbarkeit von Banking-Terminals (Kontoauszüge und Bargeldauszahlung)
  • Verfügbarkeit von Filialen (z.B. für Überweisungen oberhalb eines Limits von z.B. 3.000 €)
  • Kontoführungsgebühren
  • Verzinsung (für das Guthaben sowie für den Dispokredit)
  • Online-Banking (gehört normalerweise zum Standard)
  • Einrichtung eines Dispokredits
  • Sicherheit (Online-Banking, maximale Bargeldauszahlung pro Tag, Pin und/oder Unterschrift beim Bezahlen)

 

Rendite/Kosten

Der Zinssatz, mit dem Girokonten normalerweise ausgestattet sind, ist relativ gering (ca. 0,5% p.a.). Aufgrund der sehr hohen Anzahl von Ein- und Auszahlungen auf einem Girokonto und des vergleichsweise geringen Zinssatzes, ist das Nachhalten der Zinsberechnung unverhältnismäßig aufwändig. Zudem befindet sich im Idealfall sowieso nur wenig Guthaben auf dem Girokonto, da möglichst das gesamte, überschüssige Kapital auf ein höher verzinstes Tagesgeldkonto überwiesen wird. Aus diesem Grund wird an dieser Stelle auf eine Berechnung der Rendite verzichtet. Das Rechenverfahren zur Ermittlung der Zinsgutschrift ist jedoch dasselbe, wie es bei Tagesgeldkonten angewendet wird: Zinsmethode (act/360).

Beim Girokonto mag allerdings weniger die Rendite, als vielmehr die Kosten für zum Beispiel die Überziehung des Kontos und damit die Inanspruchnahme eines Dispokredits, als auch die Kontoführungsgebühren interessant sein.
Gemäß dem Fall, dass die kontoführende Bank einen Zinssatz für einen Dispokredit in Höhe von z.B. 13,0% p.a. verlangt, belaufen sich die Kosten pro Tag für z.B. 1.000 € Dispokredit:

Kosten pro Tag = Überziehung * Dispo-Zinssatz * Anzahl Tage / 360
<=> Kosten pro Tag = 1.000 € * 13,0% * 1 / 360
<=> Kosten pro Tag = 130 € * 1 / 360
<=> Kosten pro Tag = 130 € / 360 = 0,3611...€

Das entspricht 0,3611... € * 30 Tage = 10,84 € pro Monat bzw. 131,81 € pro Jahr.

Anders herum gerechnet: Wenn für angelegtes Kapital ein Zinssatz in Höhe von 13,0% erreicht werden kann, würden "nur" 92.307 € ausreichen um vor Abzug der Steuer 92.307 € * 13,0% = 12.000 € Zinsen pro Jahr und damit 1.000 € Zinsen pro Monat zur Verfügung zu haben.

Die Konditionen des Dispokredits sind demnach denkbar schlecht und sollten nicht dauerhaft in Anspruch genommen werden. Für einen sehr kurzfristigen Ausgleich einer Unterdeckung des Girokontos, wenn zum Beispiel das Gehalt erst innerhalb der nächsten zwei Tage überwiesen wird, ist der Dispokredit allerdings gut zu gebrauchen. Zum Beispiel Daueraufträge "platzen" nicht gleich, was unter Umständen ebenfalls Kosten nach sich ziehen kann.

 

Fazit

  • Aufgrund der nur sehr geringen Verzinsung ist ein Girokonto keine wirkliche Kapitalanlageform. Es dient lediglich der Finanzlogistik um überhaupt Geldströme möglich zu machen.
  • Wegen der schlechten Konditionen sollte der Dispokredit von Girokonten lediglich zum Ausgleich kurzfristiger Unterdeckungen genutzt werden. 

Die Konditionen "moderner" Girokonten haben sich in der Vergangenheit sehr positiv entwickelt:

  • Zurzeit ist es kein Problem ein kostenloses Girokonto zu erhalten. 
  • Selbst wenn der Guthaben-Zinssatz bei 0% liegt, sind die anfallenden Zinsen bei einem Girokonto normalerweise sehr gering und stehen in keinem Verhältnis zu den ansonsten anfallenden Kosten.
  • Viele Banken verlangen für ein kostenloses Girokonto jedoch einen bestimmten Geldeingang pro Monat von zum Beispiel 1.000 € (Gehaltskonto).

Aufgrund der möglicherweise recht zahlreichen, regelmäßigen Zahlungsein- und -ausgänge, die teilweise auch nur einmal im Jahr erfolgen (z.B. Lastschrifteinzug der Haftpflichtversicherung), ist der Wechsel des Girokontos zu einem anderen Anbieter eine recht aufwendige Angelegenheit. Es müssen alle Kontakte für Einzahlungen und Lastschriften über das neue Girokonto informiert werden. Die Wahl des Girokonto-Anbieters mag daher nur einmal anfallen und sollte deshalb gut bedacht sein.

An dieser Stelle können wir das Girokonto der Norisbank, ein Tochter-Unternehmen der Deutschen Bank Gruppe, empfehlen. Die Kontoführung ist kostenlos, Bargeld kann kostenlos an jedem Automaten einer deutschen Bank mit der Rechtsform "AG" abgehoben werden (z.B. Deutsche Bank, Commerzbank, Postbank usw.). Es wird kein monatlicher Geldeingang gefordert und die Kontoauszüge werden monatlich per Post zugeschickt oder können kostenlos im PDF-Format herunter geladen werden (www.norisbank.de).

Eine Aufstellung einer vielleicht vollständigen Liste aller Girokonten mit den entsprechenden Konditionen finden Sie bei der FMH-Finanzberatung. FMH erhält laut eigener Aussage keine Vermittlungsprovision und ist damit unabhängig.


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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 06. Februar 2011 um 21:22 Uhr
 
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