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Beschreibung 

Bei Zertifikaten handelt es sich um derivate Finanzprodukte, mit deren Hilfe Anleger in verschiedene Underlyings (Anlageformen) investieren können. Die Underlyings können sowohl Indizes, Einzelaktien oder Rohstoffe sein. In der Regel entwickelt sich das Zertifikat prozentual äquivalent zum Underlying. Das bedeutet, dass ein Anstieg von 1% des gewählten Underlyings zum gleichen Wertzuwachs beim Zertifikat führt. Die Stückelung der Zertifikate beträgt meistens 1:100. Beispielsweise kostet ein Dax Index-Zertifkat dieser Stückelung bei einem Kursstand von 4000 Punkten 40 Euro. Die Laufzeit von Zertifikaten variiert sehr stark. Auf dem Markt sind Endlos-Zertifikate, die über eine theoretisch unbegrenzte Laufzeit verfügen genauso erhältlich, wie zeitlich begrenzte Produkte.  Allerdings gilt es bei Endloszertifikaten zu beachten, dass die Emittenten sich das Recht vorbehalten diese frühzeitig zu kündigen.

Die Vorteile von Zertifikaten erstrecken sich auf drei Punkte:

  1. Anleger können mit relativ geringem Kapitaleinsatz an der Wertentwicklung von Indizes, Aktien und Rohstoffen partizipieren.
  2. Zertifikate verschaffen Anlegern Zugang zu Märkten, die normalerweise schwer oder überhaupt nicht zugänglich sind (beispielsweise Rohstoffmärkte).
  3. Zertifikate sind kostengünstiger als Fonds, weil keine Gebühren für aktives Management erhoben werden.

Die Risiken liegen in der rechtlichen Konstruktion dieser Produkte. Bei Zertifikaten handelt es sich um sogenannte Inhaberschuldverschreibungen. Zertifikate stellen daher kein Sondervermögen wie Investmentfonds dar. Gerät der Emittent in Zahlungsschwierigkeiten, hat dies auch Auswirkungen auf den Wert des Zertifikates, auch wenn sich das gewählte Underlying unabhängig von der Zahlungsfähigkeit des Emittenten entwickelt. Im Extremfall droht der Totalverlust.

Desweiteren ist die Kostenstruktur von Zertifikaten zu beachten. Auch wenn diese Produkte deutlich günstiger als aktiv gemanagte Anlageformen sind, entstehen dem Anleger Kosten beim Erwerb von Zertifikaten. Diese Kosten entstehen aufgrund des Spreads zwischen dem An- und Verkaufspreis. In der Regel ist diese Spanne bei liquiden Märkten wesentlich geringer als bei illiquiden Underlyings und kann zwischen den Emittenten erheblich voneinander abweichen. Anleger sollten sich daher vor Erwerb eines Zertifikates genau nach den Spreads erkundigen und Vergleiche zwischen verschiedenen Emittenten vornehmen.

Außerdem sind Besonderheiten bei Zertifikaten zu beachten, die auf Underlyings basieren, welche in einer anderen Währung notieren. Beispielsweise sei das Gold genannt, das in Dollar gehandelt wird. Hier unterscheidet man zwischen währungsgesicherten (Quanto) und nicht währungsgesicherten Zertifikaten. Bei nicht währungsgesicherten Zertifikaten trägt der Anleger zusätzlich ein Währungsrisiko, das die Rendite steigern aber auch deutlich reduzieren kann. Erwirbt der Anleger ein Quanto-Zertifikat, sichert er sich gegen das Wechselkursrisiko ab. Dafür muss er allerdings eine Gebühr bezahlen, die meistens jährlich zwischen 3-5% der gesamten Anlagesumme ausmacht und über die Laufzeit verrechnet wird (Reduzierung des Rücknahmepreises). Auch hier schwanken die Gebühren der Emittenten beträchtlich, so dass ein Vergleich vor Erwerb sehr lohnend sein kann.

 

Neben den einfachen Zertifikaten existieren weitergehende Konstruktionen, von denen die wichtigsten sind:

 

Im Folgenden wird die Funktionsweise der einzelnen Zertifikateformen erklärt.

 

Airbag-Zertifikate:

Airbag oder Protect-Zertifikate erlauben es dem Anleger vollständig an den Kurszuwächsen des Basiswertes zu partizipieren. Gleichzeitig besteht ein Schutzmechanismus vor Verlusten für das eingesetzte Kapital.  Airbag-Zertifikate sind in ihrer Laufzeit begrenzt. Bei Emission werden die Zertifikate mit einer Barriere unterhalb des Basispreises ausgestattet. Der Puffer wird mit der Dividende des Basisobjektes bezahlt. Bezieht sich das Zertifikat auf einen Basiswert ohne Dividendenzahlungen, verlangt der Emittent einen Aufschlag gegenüber dem Kurs des Underlyings. Während der Laufzeit sind folgende Szenarien möglich:

 

Grafik zur Erläuterung eines Airbag-Zertifikates

 

1. Der Kurs des Basiswertes liegt am Ende der Laufzeit über dem Anfangskurs. In diesem Fall partizipiert der Anleger, wie der Direktinvestor, von den Kurssteigerungen des Underlyings.

2. Entwickelt sich der Basiswert negativ, ohne unter die vom Emittenten gewählte Barriere zu fallen, erhält der Investor den von ihm bezahlten Ausgabepreis wieder.

3. Erst wenn der Kurs des Underlyings unter die Barriere fällt, erleidet der Anleger Verluste. Die Verluste sind aber geringer als bei einer Direktinvestition. Wie hoch diese konkret sind, hängt von der Gestaltung des Airbag-Zertifikates ab.

Vorteil: Anleger erlangen zwar keine Garantie, aber einen Teilschutz des eingesetzten Kapitals, ohne auf Renditechancen zu verzichten. Bei fallenden Kursen sind Investoren immer besser gestellt als bei der Direktanlage.

Nachteil: Anleger verzichten auf die Dividendenausschüttung des Basisinvestments. Der Schutzmechanismus greift erst gegen Ende der Laufzeit. Da die Zertifikate selbst an der Börse gehandelt werden können, sind bei einem Verkauf des Zertifikates während der Laufzeit auch Verluste möglich.

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Aktienanleihen:

Aktienanleihen haben, wie andere Anleihen auch, eine für die Laufzeit festgelegte, jährliche Verzinsung. Der Unterschied zu "normalen" Anleihen besteht darin, dass der Emittent zum Laufzeitende die Freiheit hat entweder den vom Anleger investierten Nennwert zurückzuzahlen oder aber dem Anleger eine vorher definierte Anzahl von Aktien vom Typ des Basiswertes aushändigt. Liegt zum Laufzeitende der Kurswert der auszuhändigenden Aktien insgesamt über dem investierten Nennwert, wird der Emittent den Nennwert zurückzahlen und umgekehrt. Die Rendite der Aktienanleihe ist demnach nach oben hin begrenzt. Sollte ein Index, wie zum Beispiel der Dax als Basiswert gedient haben, werden eventuell statt Aktien Indexzertifikate ausgehändigt. Die jährliche Verzinsung des Nennwertes hängt von der Volatilität des Basiswertes ab und reicht bis zu vielleicht 30% p.a.

 

 

 

1. Wenn der Wert der vorher definierten Anzahl Aktien vom Typ des Basiswertes zum Laufzeitende insgesamt über dem zu Beginn investierten Nennwert liegt, wird der Emittent den Nennwert zurück- zahlen. Hierdurch wird die maximale Rendite der Aktienanleihe realisiert.

2. Sollte der Wert der vorher definierten Anzahl Aktien zum Laufzeitende unterhalb des zu Beginn investierten Nennwerts liegen, wird der Emittent dem Anleger die Aktien aushändigen. Zu diesem Zeitpunkt liegt die Rendite der Anlage unterhalb des maximal Erreichbaren. 

Vorteil: Bei nur leicht steigenden oder seitwärts tendierenden Kursen lässt sich durch die hohe Verzinsung der Aktienanleihe eventuell eine bessere Rendite erzielen, als es bei einer Direktinvestition in das Underlying der Fall wäre.

Nachteil: Der Anleger verzichtet auf Dividendenausschüttungen. Sollte der Kurs des Underlyings zum Laufzeitende sehr stark gefallen sein, kann die Rendite der Aktienanleihe auch negativ ausfallen. 

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Alpha-Zertifikate:

Alpha-Zertifikate sollen es dem Anleger ermöglichen in jeder Marktlage positive Erträge zu erwirtschaften. Dem Zertifikat liegen zwei Basiswerte zu Grunde. Die Performance des Zertifikates resultiert aus der Differenz der Wertentwicklung der gewählten Basiswerte. Steigen oder fallen beide Basiswerte um den gleichen prozentualen Betrag gewinnt der Anleger nichts. Nur wenn die Basiswerte eine unterschiedliche Wertentwicklung verzeichnen, gewinnt der Anleger in Höhe der prozentualen Differenz. Der Erfolg ist hier also besonders abhängig von der Auswahl der Basiswerte.

 

 

Vorteil: In jeder Marktphase kann ein positiver Ertrag erwirtschaftet werden.

Nachteil: In ausgeprägten Hausse-Phasen bewegen sich Aktienkurse meistens in eine Richtung, so dass das Gewinnpotential dadurch begrenzt wird. Daher eignen sich Alpha-Zertifikate nur als Ergänzung für Anleger.

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Basket-Zertifikate:

Bei dieser Zertifikateform erhält der Anleger einen Anteil an einem Wertpapierkorb, der sich an vorab definierten Kriterien orientiert. Beispielsweise kann es sich bei dem Basket um Aktien aus einer bestimmten Branche handeln. Prinzipiell können sich Baskets auf unterschiedlichste Basisobjekte wie Rohstoffe, Indizes, Aktien usw. beziehen. Vorsicht ist bei von Emittenten künstlich geschaffenen Benchmarks geboten, weil hier ein hohes Maß an Transparenz nicht immer gegeben ist. Basket-Zertifikate sind als aktiv und passiv gemanagte Varianten erhältlich. Bei passiven Basket-Zertifikaten bleibt die Zusammensetzung des Baskets während der gesamten Laufzeit unverändert. Bei der aktiv gemanagten Variante wird der zugrundeliegende Basket auf bestimmte Kriterien untersucht (z.B. Dividendenhöhe) und falls notwendig in seiner Zusammensetzung verändert.

Vorteil: Diese Anlageform bietet eine breite Diversifikationsmöglichkeit bei begrenztem Kapitaleinsatz. Die Kosten eines Basket-Zertifikates liegen deutlich unter denen von Fonds, die eine ähnliche Vermögensallokation erlauben. Zudem sind die Kriterien, nach denen sich der Basket zusammensetzt, dem Anleger bekannt.

Nachteil: Anleger verzichten auf Dividendenausschüttungen.

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Bonus-Zertifikate:

Der Kurs von Bonus-Zertifikaten richtet sich bei Emission ausschließlich nach dem Wert des Basisinstruments. Der Name des Zertifikates leitet sich aus einer Prämie (Bonus) ab, den der Anleger erhält, wenn das Zertifikat bestimmte Schwellen während der Laufzeit niemals berührt oder über- bzw. unterschreitet. Bei Verletzung der festgelegten Schwellen wandelt sich das Bonuspapier in ein Wertpapier um, das die Entwicklung des gewählten Underlyings nachbildet. Der Erwerb des Bonuszertifikates impliziert den Verzicht auf die Dividende des Basiswertes, die zur Finanzierung des Bonuspuffers dienen. Beim Erwerb eines Bonuszertifikates sind folgende Szenarien möglich:

 

Grafik zur Erläuterung eines Bonus-Zertifikates 

 

1. Der Basiswert überschreitet die vorher festgesetzte Schwelle. In diesem Fall  bekommt der Anleger den Gegenwert des dem Zertifikat zugrundeliegenden Underlyings ausgezahlt, nicht aber den Bonus.

2. Der Kurs des Basiswerts berührt niemals die festgesetzte Schwelle.  In diesem Fall erhält der Anleger den Kurs des Basiswertes und den Bonus ausgezahlt.

3. Der Basiswert berührt oder unterschreitet die vorher festgelegte Schwelle. In diesem Fall trägt der Anleger die Verluste des Underlyings in voller Höhe.

Vorteil: Das Anlagerisiko wird reduziert, ohne dass das Gewinnpotential beschränkt wird. Gute Renditen sind auch dann möglich, wenn der Aktienmarkt lediglich seitwärts oder leicht abwärts notiert.

Nachteil: Anleger verzichten auf Dividendenausschüttungen. Steigt der Basiswert über den zuvor festgelegten Schwellenwert, ist das direkte Investment in das Underlying vorteilhafter.

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Discount-Zertifikate:

Discount-Zertifikate stellen mittlerweile die wichtigste Produktgruppe innerhalb der Zertifikate-Familie dar. Knapp die Hälfte aller gehandelten Zertifikate sind so genannte "Discounter". Die Konstruktion des Zertifikates erfolgt zunächst durch den Kauf des entsprechenden Underlyings durch den Emittenten. Dieser wiederum verkauft eine Call-Option auf das Underlying. Durch die Prämien, die der Emittent aus den Optionsverkäufen erhält, ist es ihm möglich Zertifikate mit einem so genannten Discount anzubieten. Das heißt, dass das Underlying im Vergleich zum aktuellen Marktpreis um die Prämie des Optionsverkaufs günstiger erworben werden kann. Durch den Discount kann ein Anleger ein Wertpapier, das beispielsweise 100 € kostet für einen reduzierten Betrag von 80 € erwerben. An der zukünftigen Wertentwicklung des Underlyings partizipiert der Käufer eines Discounters jedoch nur bis zu einer bestimmten Grenze, dem so genannten Cap. Bei dem genannten Beispiel eines Wertpapieres, das bei 100 € notiert, könnte der Cap zum Beispiel bei 120 € liegen. An Kurszuwächsen, die darüber hinaus zu verzeichnen sind, nimmt der Anleger nicht teil. Der Abschlag, zu welchem ein Wertpapier in Form eines Discount-Zertifikates erworben werden kann, wird also mit einem Renditeverzicht über ein vorher festgesetztes Niveau erkauft. Der Discount selbst dient als Risikopuffer, falls das Underlying im Beispiel auf bis zu 80 € fallen sollte, er stellt aber keinen prinzipiellen Schutz gegen Verluste dar. Im Extremfall, beispielsweise beim Konkurs des Basiswertes droht auch dem Discount-Inhaber ein Totalverlust. Anders als bei klassischen Indexzertifikaten ist die Laufzeit von Discountern immer begrenzt. Tendenziell nähert sich der Wert des Discounters über die Restlaufzeit an den Basiswert an. Am Ende der festgelegten Laufzeit erfolgt die Tilgung in der Regel durch Barausgleich. Nur in seltenen Fällen wird dem Inhaber das tatsächliche Underlying ausgehändigt.

 

 

 

1. Steigt der Kurs des Underlyings über den Cap, so bekommt der Anleger zum Laufzeitende jedoch nur den Cap-Kurs ausbezahlt. Ein weiterer Kurs-Gewinn verbleibt beim Emittenten.
2. Sinkt der Wert des Underlyings nur leicht und befindet sich am Ende der Laufzeit nur knapp über dem gezahlten Discount, so verzeichnet der Anleger Gewinne, die der Differenz zwischen dem gezahlten Abschlag und dem Wert des Underlyings entsprechen.
3. Fällt der Wert des Underlyings hingegen unter den gezahlten Discount, entsteht dem Inhaber eines Discount-Zertifikates ein Verlust in Höhe der Differenz zwischen dem gezahlten Discount und dem tatsächlichen Wert des Underlyings.

Vorteil: Auch bei stagnierenden oder leicht fallenden Märkten können positive Renditen erwirtschaften werden.

Nachteil: Besonders bei deutlich steigenden Märkten werden Kursgewinne begrenzt. In diesem Fall ist die direkte Investition dem Discounter vorzuziehen. Der Anleger verzichtet zudem auf Dividendenausschüttungen.

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Express-Zertifikate:

Bei den Express-Zertifikaten handelt es sich um eine relativ lang laufende Anlageform. In der Regel werden Express-Zertifikate mit einem Anlagehorizont von 3 bis 5 Jahren emittiert. Wie andere Zertifikate auch, beziehen sich Express-Zertifikate auf ein bestimmtes Underlying. Notiert der Basiswert zu einem jährlich festgelegten Stichtag (zum Beispiel den 01. Oktober) über einer vom Emittenten festgesetzten Schwelle, erhält der Anleger das investierte Kapital plus einen vorher vereinbarten Aufschlag zurück. Notiert der Kurs des Basiswertes unterhalb der Schwelle, erfolgt zum nächsten Stichtag (ein Jahr später) eine erneute Feststellung des Kurses. Der Betrag, der bei Auszahlung dem investierten Kapital zugeschlagen wird, steigt von Stichtag zu Stichtag an. Liegt der Kurs des Basiswertes auch zum Laufzeitende unter der festgelegten Schwelle, wird bis zu einem bestimmten Verlust vom Ausgangskurs (zum Beispiel -20%) immer noch das investierte Kapital zurück gezahlt (Risikopuffer). Liegt der Kurs des Underlyings jedoch auch noch unter dieser Marke, bekommt der Anleger den Wert des Basiswertes ausgezahlt und trägt dann den gesamten Kursverlust. 

 

 

 

1. Notiert der Kurs des Underlyings bereits zum ersten Stichtag über der vom Emittenten vorher festgelegten Kursschwelle, wird der Ausgabepreis plus zum Beispiel 10% ausgezahlt. Das Zertifikat wäre dann bereits nach einem Jahr ausgelaufen.

2. Sollte der Kurs zum 1. Stichtag nicht über der Schwelle liegen, läuft das Zertifikat zunächst bis zum 2. Stichtag, ein Jahr später weiter. Liegt der Kurs dann über der Schwelle, wird dem Anleger vom Emittenten dann der Ausgabepreis plus zum Beispiel 15% ausgezahlt. Liegt der Kurs nicht über der Schwelle, verlängert sich das Zertifikat um ein weiteres Jahr. Usw.

3. Liegt der Kurs des Basiswertes zum Laufzeitende über der Schwelle, wird dem Anleger der Ausgabepreis plus zum Beispiel 20% ausgezahlt.

4. Wenn der Kurs zum Laufzeitende unterhalb des Ausgangskurses liegt und das Zertifikat mit einem Risikopuffer ausgestattet ist, kann es sein, dass bis zu einem bestimmten Verlust im Vergleich zum Ausgangskurs (zum Beispiel -20%) immer noch das gesamte investierte Kapital ausgezahlt wird.

5. Liegt der Kurs des Underlyings jedoch auch noch unterhalb des Risikopuffers, wird dem Anleger der dann aktuelle Kurswert ausgezahlt.

Vorteil: Für einen relativ langen Zeitraum ist dem Anleger die Chance auf eine positive Rendite gegeben. Fallen Kursverluste nicht zu groß aus, werden diese durch den Risikopuffer aufgehoben.

Nachteil: Der Anleger verzichtet auf Dividendenausschüttungen. Kursgewinne werden begrenzt.

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Garantie-Zertifikate:

Garantie-Zertifikate sind Zertifikate, die am Ende ihrer Laufzeit eine Auszahlung in Höhe von mindestens dem eingesetzten Kapital garantieren. Der Anleger ist gegen Kursverluste des Basiswerts geschützt. Allerdings erhält der Anleger bei steigenden Kursen nur einen Teil von eventuellen Kurssteigerungen des Basiswerts (Partizipationsrate, z.B. 30% vom Kursgewinn). Wie hoch die Partizipationsrate ist, hängt vom gewählten Zertifikat ab. Die Kapitalgarantie selbst greift nur am Laufzeitende. Beim Handel des Zertifikates während der Laufzeit sind aufgrund von Kursschwankungen, denen die Zertifikate unterliegen, bei Verkauf auch Verluste möglich. 

 

 

 

1. Der Kurs des Basiswertes liegt zum Laufzeitende über dem Ausgangskurs. Die Partizipationsrate gibt nun vor, wie viel von der Kurssteigerung (100%), zuzüglich des Ausgabepreises, an den Anleger ausgezahlt wird (zum Beispiel 30%).

2. Der Kurs des Basiswertes liegt zum Laufzeitende unterhalb des Ausgangskurses. In diesem Fall greift die Kapital-Garantie und der Anleger erhält, trotz Kursverluste, den Ausgabepreis wieder zurück. 

Vorteil: Bei dieser Anlageform sind höhere Renditen als bei Staatsanleihen zu erzielen. Das einzige Risiko liegt in der Bonität des Emittenten.

Nachteil: Das Kapital bis zum Laufzeitende fest gebunden, wenn die Kapital-Garantie in Anspruch genommen werden soll/muss.

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Outperformance-Zertifikate:

Outperformance-Zertifikate erlauben es Investoren gehebelt an den Kurszuwächsen eines Basiswertes zu profitieren ohne ein höheres Risiko als bei einem Direktinvestment zu tragen. Die Laufzeit von Outperformance-Zertifikaten ist begrenzt. Bei Emission der Zertifikate wird für den entsprechenden Basiswert ein Start- oder Referenzkurs festgelegt. Liegt der Kurs des Underlying zum Laufzeitende über dem Referenzwert, setzt die Outperformance ein. Das heißt, dass der Kursgewinn des Basiswertes bei Auszahlung des Zertifikates zu einem bestimmten Faktor nochmals vergrößert wird. Dieser Faktor nennt sich Partizipationsrate. Der Rückzahlungsbetrag, wenn das Zertifikat ausgelaufen ist ergibt sich demnach aus dem Startkurs des Basiswertes plus den Kursgewinn multipliziert mit der Partizipationsrate. Wenn die Konditionen eines Outperformance-Zertifikates den Startkurs des Basiswertes bei zum Beispiel 100 € festlegen und der Kurs des Basiswertes zum Laufzeitende bei zum Beispiel 120 € liegt, so erhält der Anleger bei einer Partizipationsrate von zum Beispiel 150% folgenden Betrag ausbezahlt:

Auszahlungsbetrag = Startkurs + Kursgewinn * Partizipationsrate
Auszahlungsbetrag = 100 € + 20 € * 150%
Auszahlungsbetrag = 100 € + 30 € = 130 €

Bei einem direkten Investment in den Basiswert hätte der Anleger im gleichen Zeitraum nur einen Wert von 120 € erzielen können. Verharrt der Kurs des Basiswertes jedoch unter dem festgelegten Referenzkurs oder fällt sogar noch tiefer, wird dem Anleger am Ende der Laufzeit der Wert des Underlyings ausgezahlt.
Es gibt die Variante, dass wenn der Kurs des Basiswertes zum Laufzeitende zwar unter dem Startkurs aber noch über einer Sicherheitsbarriere liegt, der Anleger immer noch den Ausgangspreis zurück erhält. Diese Sicherheit wird mit einer niedrigeren Partizipationsrate bezahlt. Das Zertifikat nennt sich in diesem Fall Protect-Outperformance-Zertifikat
Der Unterschied zu so genannten Sprint-Zertifikaten liegt darin, dass diese bis zu einem bestimmten Cap überproportional ansteigen, während Outperformance-Zertifikate erst ab einem bestimmten Niveau eine überdurchschnittliche Rendite erwirtschaften. 

 

 

1. Der Kurs des Basiswertes liegt zum Laufzeitende über dem Startkurs. Der Rückzahlungsbetrag berechnet sich in diesem Fall aus dem Startkurs plus den Kursgewinn multipliziert mit der Partizipationsrate (z.B. 150%).

2. Der Kurs des Basiswertes liegt unterhalb des Startkurses. In diesem Fall erhält der Anleger nur den Kurs des Basiswertes ausgezahlt oder auch das Wertpapier des Basiswertes selbst.

3. Sollte es sich um ein so genanntes Protect-Outperformance-Zertifikat handeln, so erhält der Anleger, sofern der Kurs des Basiswertes zwischen Start- und Barrierekurs liegt, den Startkurs ausgezahlt.

Vorteil: Outperformance-Zertifikate bieten die Möglichkeit an Kurssteigerungen überproportional zu partizipieren, ohne ein höheres Verlustrisiko tragen zu müssen.

Nachteil: Der Anleger verzichtet auf Dividendenausschüttungen. Steigen die Kurse des Underlyings nur leicht oder tendieren seitwärts, lohnt sich eine Investition in diese Anlageform nicht.

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Reverse-Zertifikate:

Reverse-Zertifikate oder so genannte Short-Zertifikate ermöglichen es dem Anleger auf fallende Kurse des Underlyings zu setzen. Das Zertifikat entwickelt sich spiegelbildlich zum Underlying. Wenn demnach das Underlying im Kurs fällt, steigt der Wert des Zertifikates und umgekehrt. Die Wertentwicklung ergibt sich aus der Differenz des aktuellen Kurses zum Emissionskurs des Zertifikates.

Vorteil: Diese Zertifikateform ermöglicht es dem Anleger ohne Berücksichtigung der Volatilität und ohne Zeitwertverlust, wie bei Optionen, von fallenden Kursen zu profitieren.

Nachteil: Der Anleger verzichtet auf Dividendenausschüttungen. 

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Rolling-Discounts:

Die Idee des Rolling-Discounts ist der Versuch eine optimale Renditenutzung von Discount-Zertifikaten zu erzielen. Hierfür wird in Discount-Zertifikate mit meist nur noch einem Monat Restlaufzeit investiert. Die Rendite ergibt sich aus der Differenz zwischen Kaufpreis des Discounters während der Laufzeit und der Einlösung des Discounters  durch den Emittenten zum Laufzeitende. Die absolute Höhe des Gewinns pro Discount-Zertifikat ist gering, in Anbetracht der Kurzen Zeiträume ergeben sich jedoch Chancen auf hohe Jahresrenditen, denn der Kauf und Einlösung von kurz laufenden Discountern wird während des ganzen Jahres wiederholt. Rolling-Discounts haben keine Laufzeitbegrenzung.

Vorteil: Der Emittent trägt die Transaktionskosten der Strategie. Nur bei stark fallenden Kursen sind überhaupt Verluste möglich. Der Anleger erzielt auch dann noch eine positive Rendite, wenn die Märkte stagnieren oder leicht fallen.

Nachteil: Bei stark positiver Marktentwicklung bleibt der Wertzuwachs eines Rolling-Discounts hinter dem des Direktinvestments zurück.

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Sprint-Zertifikate:

Sprint-Zertifikate sind mit einem Start- und einem Zielkurs (Cap) ausgestattet. Die Laufzeit dieser Zertifikateform ist immer begrenzt. Liegt der Kurs des dem Zertifikat zugrunde liegenden Basiswertes bis zum Laufzeitende über den Startkurs, so erhält der Inhaber ein Vielfaches der Differenz (meistens den doppelten Betrag) von Startkurs und Kurs des Basisobjekts ausbezahlt, maximal jedoch der Differenz zwischen Startkurs und Cap. Der Faktor, mit dem der Kursgewinn multipliziert wird, wird als Partizipationsrate bezeichnet. Von Kursanstiegen über den Cap hinaus profitiert der Anleger nicht, so dass das Gewinnpotential bereits im Voraus begrenzt ist. Notiert der Kurs des Basiswertes zum Laufzeitende hingegen unter dem Startkurs, bekommt der Inhaber des Zertifikates das Underlying selbst ausgeliefert oder den Gegenwert ausbezahlt.

 

 

 

1. Liegt der Kurs des Basiswertes zum Laufzeiteine über dem Cap-Kurs, so erhält der Anleger den Startkurs plus den maximalen Betrag aus der Differenz von Startkurs und Cap (Max-Kursgewinn) multipliziert mit der Partizipationsrate (z.B. 200%).

2. Liegt der Basiswert-Kurs zum Laufzeitende zwischen Startkurs und Cap, so erhält der Anleger immer noch den Startkurs plus die Differenz zwischen Startkurs und Cap (Kursgewinn) multipliziert mit der Partizipationsrate.

3. Liegt der Kurs des Underlyings zum Laufzeitende unterhalb des Startkurses, so erhält der Anleger den Wert des Underlyings ausbezahlt oder auch das Underlying selbst.

Vorteil: Das Risiko des Anlegers ist genau so groß, wie bei einer direkten Anlage. Bei nur moderaten Kurszuwächsen des Underlyings sind deutlich höhere Renditen als bei einer Direktinvestition möglich. Diese Anlage macht Gewinne auch in nur stagnierenden Märkten möglich.

Nachteil: Der Anleger verzichtet auf Dividendenausschüttungen. Steigt der Wert des Basiswertes stark an, so profitiert der Anleger von diesem Kursanstieg nur bis zu einer bestimmten Grenze.

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Turbo-Zertifikat:

Turbo- oder auch Hebelzertifikate beziehen sich wie jede andere Zertifikateform auf bestimmte Underlyings. Das Turbo-Zertifikat bewegt sich parallel zur Entwicklung des Underlyings allerdings multipliziert um einen bestimmten Prozentsatz. Die Turbo-Zertifikate erlauben sowohl von steigenden (Long-Zertifikate) als auch von fallenden Kursen (Short-Zertifikate) zu profitieren. Die Turbo-Zertifikate sind mit einer so genannten Knock-Out-Schwelle ausgestattet, bei deren Berührung oder Über- bzw. Unterschreiten das Zertifikat "ausgeknockt" wird. D.h., dass das Zertifikat entweder wertlos verfällt, oder der Inhaber einen Restwert ausbezahlt erhält. Wie hoch dieser Restwert ist, hängt von den Ausstattungsmerkmalen des Zertifikates ab. Meistens handelt es sich um einen nur geringen Restbetrag. Die Knock-Out-Schwelle kann sich sowohl auf Tagesschlusskurse als auch auf Verlaufskurse beziehen.

Ein Long-Zertifikat mit dem Dax als Basiswert und einem Ausgangskurs von 5.600 Punkten, einer Knock-Out-Schwelle von 4.600 Punkten, einem Bezugsverhältnis von 0,01 und einem Aufgeld von 10 € kostet:

Turbo-Zertifikat Kosten = ((Ausgangskurs + Aufgeld) - Knock-Out) * Bezugsverhältnis
Turbo-Zertifikat Kosten = ((5.600 € + 10 €) - 4.600) * 0,01
Turbo-Zertifikat Kosten = (5.610 € - 4.600 €) * 0,01
Turbo-Zertifikat Kosten = 1.010 € * 0,01 = 10,10 €

Das hier beispielhaft erstellte Zertifikat würde bei Emission 10,10 € kosten. Dies entspricht gleichzeitig dem Ausgangswert des Zertifikates.
Steigt der Dax nun auf zum Beispiel 6.000 Punkte, entwickelt sich der Wert des Zertifikates folgendermaßen:

Wert Turbo-Zertifikat = ((Kurs aktuell + Aufgeld) - Knock-Out) * Bezugsverhältnis
Wert Turbo-Zertifikat = ((6.000 € + 10 €) - 4.600 €) * 0,01
Wert Turbo-Zertifikat = (6.010 € - 4.600 €) * 0,01
Wert Turbo-Zertifikat = 1.410 € * 0,01 = 14,10 €

Im Vergleich zum Ausgangswert des Zertifikates ist der Wert um (14,10 € - 10,10 €) / 10,10 € = 39,6...% gestiegen. Der Basiswert jedoch ist nur um (6.000 - 5.600) / 5.600 = 7,1...% gestiegen.

Die unterschiedlichen Steigerungsraten liegen im Hebel des Zertifikates begründet. Der Hebel berechnet sich folgendermaßen:

Hebel Turbo-Zertifikat = (Basispreis / Preis des Zertifikats) * Bezugsverhältnis
Hebel Turbo-Zertifikat = (5.600 € / 10,10 €) * 0,01
Hebel Turbo-Zertifikat = 554,4554... * 0,01 = 5,5445... ≈ 5,54

Entsprechend ergeben sich die unterschiedlichen Steigerungsraten, denn: 7,1...% * 5,5445... = 39,6...%.

 

 

 

1. Sollte der Kurs des Basiswertes während der Laufzeit des Zertifikates berühren oder unterschreiten, verfällt das Zertifikat meist wertlos. Abhängig der Konditionen des Emittenten, erhält der Anleger vielleicht noch ein kleiner Restbetrag zurück.

2. Liegt der Kurs des Basiswertes zum Ende der Laufzeit über dem Ausgangskurs, so erhält der Anleger eine entsprechend dem Hebel des Zertifikates hohe Auszahlung.

3. Liegt der Kurs des Basiswertes zum Ende der Laufzeit unter dem Ausgangskurs, so erhält der Anleger einen entsprechend dem Hebel des Zertifikates berechneten Restbetrag seiner Investition zurück.

Vorteil: Im Gegensatz zu Optionsscheinen spielt der Zeitwertverlust und die Volatilität bei der Wertermittlung des Hebelzertifikates keine Rolle. Die Zahl der zu beachtenden Parameter reduziert sich dadurch erheblich. Diese Zertifikateform verbindet die Vorteile des Future-Handels, ohne dass allerdings eine Nachschusspflicht für die Käufer des Zertifikates entsteht.

Nachteil: Die Knock-Out-Schwelle stellt ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar. Durch die Knock-Out-Schwelle ist es unmöglich Kursausschläge in eine unerwünschte Richtungen auszusitzen.

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Twin-Win-Zertifikate

Twin-Win-Zertifikate machen Gewinne bei steigenden Kursen, aber auch bei sinkenden Kursen möglich. Bei steigenden Kursen wird die Differenz zwischen dem Ausgangskurs des Basiswertes und Kurs zum Laufzeitende mit einem bestimmten Faktor noch vergrößert (Hebel). Sollte der Kurs des Underlyings während der Laufzeit einen bestimmten Protect-Kurs nicht berührt oder unterschritten haben, so wird, sollte der Kurs des Basiswertes zum Laufzeitende unterhalb des Ausgangskurses liegen, ein Kursverlust ebenfalls als Gewinn ausgeschüttet. Im Falle, dass das Protect-Level während der Laufzeit berührt oder unterschritten wurde, entspricht die Rückzahlung des Zertifikates zum Laufzeitende dem Kurs des Underlyings, egal ob dieser über oder unterhalb des Ausgangskurses liegt.

 

 

 

1. Der Kurs des Basiswertes berührt oder unterschreitet den Protect-Level während der Laufzeit. Wenn dieser Fall eintritt, erhält der Anleger zum Laufzeitende den Kurswert des Underlyings. Dieser muss selbstverständlich nicht zwingend unterhalb des Ausgangskurses liegen. Jedoch entfällt auch bei anschließenden Kurssteigerungen über den Ausgangskurs hinweg die Vervielfachung des Kursgewinns.

2. Liegt der Kurs des Basiswertes zum Laufzeitende oberhalb des Ausgangskurses, so wird, neben der Auszahlung des Ausgangskurses, der Kursgewinn multipliziert mit dem Hebel ausgezahlt (z.B. Kursgewinn * 130%).

3. Liegt der Kurs des Underlyings zum Laufzeitende unterhalb des Ausgangskurses, ohne jedoch das Protect-Level berührt zu haben, wird der Kursverlust, neben dem Ausgangskurs, als Gewinn ausgezahlt (hier: "negativer Kursgewinn").

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Zuletzt aktualisiert am Sonntag, 06. Februar 2011 um 21:36 Uhr
 
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